Fachgespräch mit Frenkie Schinkels nach dem Heimspiel gegen Haitzendorf

Wir trafen unseren Sportdirektor beim KSC-Stand

Seine Auslegung der Tabellenführung  aus Sicht von der Trainerbank

 

HZ: Frenkie, schön dass du dir ein paar Minuten Zeit nimmst. Bist du mit dem derzeitigen Verlauf der Meisterschaft zufrieden?

Schinkels: Voll und ganz, heuer ist es eine ganz besonders ausgeglichene Liga, einige Mannschaften überraschen mich (etwa Langenrohr oder Gaflenz, Anm.), andere haben mich bisher enttäuscht, wie etwa Kottingbrunn oder Zwettl. Die beiden Aufsteiger Scheiblingkirchen und Rohrbach halten sich bisher gut, Retz und Leobendorf kommen noch.

HZ: Ist dein Engagement beim SC Steinertor Krems als Sportdirektor der Hauptgrund dass der KSC an der Tabellenspitze liegt?

Schinkels: keineswegs, schon in den vergangenen Meisterschaften lag der SC Steinertor Krems mehrere Runde ganz vorne, dann gab es die eine oder andere Enttäuschung, und ein anderer Tabellenführer nahm den Sonnenplatz in der höchsten NÖ Fußballliga ein. So ist Fußball.

HZ: Ärgert dich das dritte 3:2 in Folge deiner Mannschaft?

Schinkels: Schau, am Beginn der Meisterschaft habe ich verkündet vorne mitspielen zu wollen. Zwischenzeitlich sind wir der einzige Verein mit einer weißen Weste. Beeindruckt hat mich das 3:2 in St. Peter, wo die gesamte Mannschaft Charakter gezeigt hat und den Sieg gewollt hat. Es steckt mehr drinnen in meinen Jungs als sie bisher abgerufen haben.

HZ: Was auffällt sind die knappen Ergebnisse die der SC Steinertor Krems derzeit einfährt. Einzig in Waidhofen (3:1) gewann man mit einem Zweitore-Vorsprung. Ist das Zufall?

Schinkels: ganz und gar nicht, mir liegt der Fußball am Herzen, das ist eine bekannte Tatsache. Mir ist lieber, ein Spiel endet 3:2 als 1:0. Beides hat den selben Effekt für die Tabelle und keiner fragt nach ein paar Tagen nach. Das zu Recht kritische Publikum, dass für ein Spiel Eintritt bezahlt und noch dazu etwas konsumiert, kommt ins Stadion um unterhalten zu werden und die heimischen Kicker siegen zu sehen. Ein Beispiel. Ich komme gerade von einer Benefizveranstaltung aus dem Marchfeld und habe viele Kicker meiner Generation dort getroffen und mit ihnen geplaudert. Der Tenor war einheitlich positiv, „Wau, Krems Tabellenführer, Gratulation …“. Auch ich bin mit dem knappen Ergebnis zuletzt am Freitag nicht restlos zufrieden, aber wir haben als einzige Mannschaft der Liga eine englische Woche gehabt. Gleich zu Beginn der Meisterschaft war auch eine englische Woche (drei Spiel innerhalb einer Woche, Anm.) mit dem Feiertagsspiel Mitte August (KSC-Scheiblingkirchen 2:1, Anm.). Aber das galt für alle Mannschaften, diese Woche mit dem Spiel in St. Peter bei hohen Temperaturen und Dienstag, der freundschaftliche Wettkampf mit dem LASK, war wieder eine Rhythmusänderung für mein Team.

HZ: Du hast aber gegen den LASK einen großen Teil des Kaders eingesetzt um ihnen die Möglichkeit zu geben einmal Bundesligaluft schnuppern zu lassen

Schinkels: das war so vereinbart. Eines, wir sind ein Amateurverein, fast jeder geht (s)einem Job nach und wir treffen uns fast täglich zu Training und Vorbereitungsarbeiten. Am Wochenende ist Meisterschaft und unter der Woche sind zahlreiche Trainingseinheiten die absolviert werden. Da fehlt dann die Zeit zur Regeneration. Das versteht glaube ich jeder.

HZ: Wo siehst du deine Mannschaft derzeit, gibt es noch Reserven?

Schinkels: Auf jeden Fall. Die Jungs sind mit großem Einsatz dabei, leider kommt die Verletzung von Daniel Kogler zum falschen Zeitpunkt. Aber mit Ausfällen oder der einen oder anderen Blessur muss man rechnen, so geht es jedem Verein.

HZ: Zum Abschluss: Was hat dich bewegt wieder nach Krems zurück zu kehren?

Schinkels: Jeder wird mit zunehmenden Alter reifer und überlegter. Ich bin zu 100 Prozent für den KSC da, engagiert und gebe alles. Lasse meine Kontakte zu Sport und Presse spielen und freue mich riesig in Krems sein zu dürfen. Und, ich bleibe dabei: „Die Wachau wird brennen …“

HZ: Frenkie, vielen Dank für das Gespräch!

Schinkels: Eines noch, ich möchte liebe Grüße an den „Präsi“ (gemeint ist KSC-Präsident Othmar Seidl, Anm.) ausrichten.

HZ: gerne Frenkie

Das Gespräch fand am Samstag, 2. September abends, beim KSC-Stand des Wachauer Volksfestes statt. (Herzyk = HZ)

Author: Gerhard Herzyk

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