Nächstes Spiel
02.08.2010
19:00 SC Markersdorf - Kremser SC Reserve
Spielplan

vormerken:

Österreich - England;
WM Qualifikation der Damen

90 Jahre Kremser Sportclub

Wie es anfing

Wer die Männer der ersten Stunden waren

Wo gespielt wurde

(Die Gründung des KSC vor 90 Jahren)


Krems in der „Fußballsteinzeit"

So wie jede Sportart, brauchte auch „König" Fußball eine geraume Zeit, bis er sich restlos durchsetzte. Bereits vor der Jahrhundertwende wurde durch die Engländer der Boden des europäischen Kontinents für den Massensport „erwärmt". Von Stadt zu Stadt eilend ergriff König Fußball sein Zepter und drang in verhältnismäßig rascher Zeit in kleinere Städte und Dörfer. Auch vor der alten, verträumten Schulstadt Krems machte der neue Herrscher des Sportes nicht halt und bereits vor 1900 wurde dieser neue Sport auch der „Außenwelt" bekannt und Spaziergänger, die nächst der „Feuerwehrwiese", die sich an Stelle des heutigen Stadions befand, wanderten, konnten Schüler und Rekruten der Kremser Garnison bemerken, wie sie einen mehr oder minder runden Ball mit den Füssen vor sich her stießen. Manch einer der Spaziergänger blieb stehen, sah zu, wie die Spieler gegenseitig um den Ball rauften, murmelte etwa „solch' Verrückte" und ging dann seines Weges.

Diese Art des „wilden Fußballspielens" ging so einige Zeit, bis sich im Jahre 1909 eine Studentenmannschaft zusammentat, in der auch Eduard Zaruba, der spätere berühmte Tormann des Kremser Sportclubs, mitwirkte. Diese Mannschaft trug ihr erstes „internationales Match" gegen das akademische Gymnasium Wien aus, welches die Kremser daheim mit 2:0 gewinnen konnten. Besonders erwähnenswert an diesem Spiel war der ausgesprochen gute Besuch. Die Studenten, von dem Widerhall ihres Spieles ermuntert, trugen in der Folge mehrere Wettspiele aus und konnten teilweise schöne Erfolge erzielen. Neben den Mittelschülern waren es die Soldaten des Infanterieregiments Nr. 84, die wesentlich zum Aufschwung des Fußballsport in Krems beitrugen. Im Jahre 1912 gründeten die Studenten und Soldaten einen gemeinsamen Fußballklub, den sie „Kremser Rapid" nannten.

In der Elf finden wir bereits Spieler, die sich später einen großen Namen im österreichischen Fuß­ballsport errungen haben. So spielten unter an­derem: Riegl, Hans Schiel, Ferdinand Oser, Reich, Hinkl, Rudolf Berger, Jantschkerl, Trojan, Gaber, Dörflinger, Schwarz und Zeilner.
Die Vereinsdressen waren rot-schwarz und man scheute auch nicht davor zurück, die Torstangen in rot-schwarzer Farbenpracht zu bemalen. Der plötzlich ausbrechende Weltkrieg zerschlug diese Elf. Die Soldaten wurden an die Front geschickt, während auf der „Feuerwehrwiese" Baracken für eine Flammenwerfer- und Gasabteilung errichtet wurden.

Nach dem Weltkrieg musste wieder von neuem begonnen werden. Die Fußballbegeisterung war trotz Elend und Not noch in den Herzen der zurückgekehrten jungen Männer geblieben und so kam es, dass man sich öffentlich im Gasthaus „Zur Linde" in der Schillerstrasse traf, um über die Aufnahme eines neuen Sportbetriebes zu beraten. Es dauerte wohl noch einige Zeit, bis man die un­zähligen Schwierigkeiten überwunden hatte, doch dann konnte man mit dem Aufbau beginnen.

Pferdemarkt in Krems 1896

Auf der Feuerwehrwiese (der Fläche des heutigen Parkhotels) und dem anschließenden kleinen Exerzierplatz (jetzt Sportplatz und die Häuser bis zur Meyereckstraße) wurden regelmäßig die Pferdemärkte und auch die „Classifikationen" abgehalten. Hier kickten die ersten „wilden" Fußballspieler; ab 1912 spielte die Studenten- und Soldatenmannschaft „Kremser Rapid". 1919 -

 

Gründung: „Erster Kremser Sportclub"

Ein denkwürdiger Tag für den Kremser Sportclub war der 2. August 1919, an dem unter dem Vorsitz von Erwin Kohlhofer die erste offizielle Sitzung im Gasthaus Berger in Stein stattfand. Dabei wurde beschlossen, am 24. August 1919 im Gasthaus Blaschek in Krems, Schmidgasse die Gründungsversammlung des „Ersten Kremser Sportclubs" abzuhalten.

Dazu hatten sich dreizehn Männer eingefunden: Major Lendlmaier, Eduard Zaruba, Wladimir Hiller, Josef Weber, Fritz Krompas, Erwin Kohlhofer, Franz Zeilner, Franz Rosen, Karl Schwarz, Petermann, Hans Hauenschild, Josef Bauer und Hans Pichler. In dieser Versammlung wählte man Eduard Zaruba zum ersten Obmann des Kremser SC. Als Klubfarben entschied man sich für schwarz-weiß und Hans Hiedler, der Bruder des Kremser Fleischhauermeisters Hiedler, entwarf das Vereinsabzeichen, welches noch bis heute Gültigkeit hat.

An die Errichtung eines Sportplatzes auf der Feuerwehrwiese war nicht zu denken. Die Baracken waren wohl verschwunden, doch die Betonsockel zur Erinnerung an schwere Zeiten zurückgeblieben. An der Steiner Donaulände bestand die einzige Möglichkeit, einen Sportplatz mit geringen Mitteln anzulegen.

 

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Die erste Aufnahme der Mannschaft des Kremser SC vom Jahre 1919
v.l.: Petermann, Dworschak, Schwarz, Wagner, Krompas, Zeilner, Hauke, Kohlhofer, Kirchhofer, Zaruba 1, Nemschitz, Reuböck, Pichler. Sitzend: Zaruba 11, Matouschek, Hackl


Die ersten Wettspiele gegen prominente Ver­eine aus der Umgebung bewiesen, dass mit der neu aufgestellten Mannschaft zu rechnen war. So wurde die bekannte Elf Sturm 19 St. Pölten glatt mit 5:0 besiegt. Andrä Wördern wurde mit 3:0 geschlagen. Die Reserve des Ersten Kremser SC schlug den ebenfalls neugegründeten Arbeitersportclub Krems mit 4:0 aufs Haupt. Im nächsten Jahr konnte sich die Kampfmannschaft des Ersten Kremser SC durch einige Neuerwerbungen verstärken und man erkühnte sich, gegen prominente Wiener Vereine, wie den WAC, anzutreten. Nach einer Reihe von Freundschaftsspielen entschloss man sich, an der Meisterschaft in der II. Klasse der Provinzgruppe „Nord" teilzunehmen. Es war für Krems ein glänzender Erfolg. Mit zwölf Punkten aus acht Spielen führte man die Tabelle an.

(Quelle: Festschrift "75 Jahre Kremser Sportclub")